3. Advent

Es ist ein Ros entsprungen…

Wej gesoat, dejn Leit vun haut hun all en Adventskranz äan der Wunning. Sei hun och en Adventskallennner offgestallt; dejn sei och dönööh lewen, soù wej frejher? Wie gesagt, die Leute von heute haben alle einen Adventskranz in der Wohnung. Sie haben auch einen Adventskalender aufgestellt; aber leben sie auch danach, so wie früher?
Wenn dau meich frööscht, wat denn außerdemm dej Adventszeit vu frejher ausgemaach hot, dann faalen mir dözoù dej Kärchelejder äan. Wenn du mich fragst, was denn außerdem die Adventszeit von früher ausgemacht hatte, dann fallen mir dazu die Kirchenlieder ein.
Speedeschtens dann, wenn mir Käanner Ende November, Ufang Dezemvber äan de Schoulmäas gang säan, un wenn dann de Orjel beim Introitus ugefang ze spillen, dann hummir sofort gewoscht:

De Adventszeit äas dö!

Spätestens dann, wenn wir Kinder Ende November Anfang Dezember in die Schulmesse gegangen sind, und wenn dann die Orgel beim Introitus anfing zu spielen, dann hatten wir sofort gewusst:

Die Adventszeit ist da!

De Kärchelejder äan der Adventszeit, dej säan ebbes ganz Besonneres. Deren Melodien, dej hun ganz annerscht geklong,  äänerseits en besselschi traurisch, annererseits awer doch recht feierlich. Die Kirchenlieder in der Adventszeit sind eben etwas Besonderes. Deren Melodien haben ganz anders geklungen, einerseits ein bischen traurig, andererseits aber doch recht feierlich.
Un denn ääjene Charakter vun den Adventslejdern, denn konnscht dau och aus de Wiartern eraus hieren. Dej dejn ed Chreschtkennschi regelrecht herbei gesehnen: Und den eigenen Charakter der Adventslieder, den kannst du auch aus den Wörtern heraushören. Die sehnen das Christkind regelrecht herbei:
– Maria durch den Dornwald ging!

– O Heiland reiß die Himmel auf!

– Es ist ein Ros entsprungen!

– Kommet ihr Hirten!

– Maria durch den Dornwald ging!

– O Heiland reiß die Himmel auf!

– Es ist ein Ros entsprungen!

– Kommet ihr Hirten!

Eich hot de Adventlejder emmer gäar gesong, och äan der Schoùl.  Wenn oas Fräulein Motsch äam Ufank und zum Schluß vum Unterricht jedes Moal en Adventlejd ugestemmt hot, dann hun mir Käanner kräftisch mäat gesong. Dat woar jedes Moal e feierliche Moment; döbei hot och secherlich de Vierfrääd off ed Chreschtkendschi mäatgespillt. Ich hatte die Adventslieder immer gern gesungen, auch in der Schule. Wenn unser Fräulein Motsch am Anfang und zum Schluß vom Unterricht anstimmte, dann hatten wir Kinder kräftig mitgesungen. Das war jedes Mal ein feierlicher Moment; dabei hatte sicherlich auch die Vorfreude auf das Christkind mitgespielt.
Sou`woar ed sugoar bei oas dahaam. Äan oaser Famillisch, dö äas ed Joahr iwer vill gesong gäan. Un daat net nur un de grußen Feierdeechen und de Famillienfeschten! Wenn mei Mamm goat drun woar, dann hot sei dix de ganzen Daach lang bei hierer Ärwet ään ´d vun hieren Lejdern off de Leppen. Hier Lieblingslejd woar: „Fern im Süd das schöne Spanien!“ Un äan der Adventszeit, dö woar ed  selbverständlisch, dat sei och dahaam, net debaußem awer äam Haus, de Adventslejder ugestäammt hot. So war es sogar bei uns daheim. In unserer Familie, ist das Jahr über viel gesungen worden. Und das nicht nur an den großen Feiertagen und den Familienfesten! Wenn meine Mutter gut drauf war, dann hatte sie öfter den ganzen Tag lang eines ihrer Lieder auf den Lippen. Ihr Lieblingslied war: „Fern im Süd das schöne Spanien!“ Und in der Adventszeit, da war es selbstverständlich,  dass sie auch daheim, nicht draußen, aber im Haus, die Adventslieder angestimmt hatte.
Wenn mir Käanner aus der Schoùl komm säan un der Mamm bei der Ärwet ebbes zur Hand gang säan, dann hun mir emmer mäatgesong. Wenn ed mir dönöh woar, dann hun eich zoù der Zeit sugoar äam Keller „O komm, o komm Emmanuel!“ gesong, wenn eich fier de Mamm e Glas Äagemaachtes oder fier de Papp e Kroch Viez hun hölle missen. Wenn wir Kinder aus der Schule kamen und der Mutter bei der Arbeit etwas zur Hand gingen, dann haben wir immer mitgesungen. Wenn es mir danach war, dann habe ich zu der Zeit sogar im Keller, wenn ich für Mutter ein Glas Eingemachtes oder für Vater einen Krug Viez holen musste, kräftig  „O komm, o komm, Emmanuel“ gesungen.
Wenn eich ed mir iwerleehen, soù kann eich meich nemmej erennern, wann eich dahaam zum letzschte Moal en Adventslejd gesong hun. Wenn ich es mir überlege, so kann ich mich nicht mehr erinnern, wann ich dahaam zum letzten Mal ein Adventslied gesungen habe.A3

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