Wegen Hitler den Arsch versohlt…

Wie Vater mir wegen Hitler den Arsch versohlte – oder die Straße des 13. Januar , „ein Geschenk des Führers“

Seit dem 13. Januar 1935, dem Tag an dem über 90 % der Saarländer gegen den status quo und für Hitler votierten, begann im ganzen Lande eine besondere rege Bautätigkeit. Sie galt als nachträgliches  Wahlgeschenk, war aber die politische Vorentscheidung für den bereits drei Jahre später einsetzenden Bau des gewaltigen Westwalls.

Ich weiß noch, wie im Frühjahr 1937, zeitgleich mit meinem Schulanfang, die großdeutsche Geschichte auch in unsere Dorfidylle am Rande des Hochwaldes hereinbrach, in Gestalt von Kolonnen riesiger Lastwagen, schwerer Bagger, langarmiger Baukräne, alles emsig bereit, in der Bruchwiese eine neue große Siedlung zu erbauen, genannt: „Straße des 13. Januar“ – der Dank des Führers.

So weiß ich noch, wie binnen kurzer Zeit auf der Gemeindewiese drei oder vier übergroße Bergkegel von rotem Sand und hellen Kieselsteinen aufgeschüttet wurden….

Weiß auch noch sehr gut, wie wir Kinder, wenn auf Hitlers Baustelle Feierabend war, immer wieder von neuem auf die riesigen Sand- und Kiespyramiden hinaufkletterten, um auf dem Hintern herunterzurutschen. 
Und wie hätte ich vergessen können, wie ich abends nach Hause kam, sich Mutter erzürnte, Vater seinen Gürtel losmachte und mich verdrosch, weil meine Hose ganz dreckig war und hinten ein großes Loch hatte.

rudi

Zu 13. Januar 1935 – Siehe auch:

Wie das Saarland „Heim ins Reich“ kam… Vun Dahaam mit einem Zeitzeugenbericht: „Eine Puppe Namens Status Quo“

 

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