3 Junge woa ed och, denn eech … Pius XII betet

´Dr. Junge´ war es auch, der uns Seminaristen beim Aufruf zur Pilgerschaft das tägliche Gebet für das Heilige Jahr vermittelte. Mit der Sehnsucht, im Sommer nach Rom pilgern zu können, trugst du es auf das erste Blatt deines Tagebuches 1950 ein:Pius Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott.
Von ganzen Herzen danken wir dir für das große Geschenk des Heiligen Jahres.
Himmlicher Vater, der Du alles siehst und die Herzen der Menschen erforschst und lenkest,
öffne sie –  in dieser Zeit der Gnade und des Heils –
der Stimme Deines Sohnes
(nach Pius XII erforscht Gott die Menschen))

Laß das Heilige Jahr für alle werden ein Jahr der Reinigung und Heiligung, der Verinnerlichung und er Sühne:
das Jahr der großen Rückkehr und des großen Verzeihens.
((kehren wir gereinigt und geheiligt zurück?))

Schenke. O Gott, den um ihres Glaubens willen verfolgten
den Geist der Stärke, der sie unlöslich verbinde mit Christus und seiner Kirche.
Beschütze. O Gott, den Stellvertreter deines Sohnes auf Erden,
die Bischöfe und die Priester, die Ordensleute und alle Gläubigen.
Gib, dass alle, Priester wie Laien, in enger Denk- und Gesinnungsgemeinschaft einen festen Fels bilden, an dem der Andrang Deiner Feinde zerschellt.

Deine Gnade entzünde in allen Menschenkindern  Liebe zu den Unglücklichen, deren Armut und Elend menschenunwürdige Lebensverhältnisse aufzwingen.
Erwecke in denen, die dich Vater nennen, Hunger und Durst nach sozialer Gerechtigkeit, nach Brüdersinn in Werk und Wahrheit.
„Gib Frieden, o Herr, in unsern Tagen“ – Frieden den Seelen, Frieden den Familien, Frieden dem Vaterland, Frieden unter den Völkern.
Laß den Regenbogen der Befriedigung und Versöhnung in ungetrübtem Glanze auch über dem Lande erstrahlen, das einst durch das Leben und Leiden Deines Sohnes geheiligt ward.
Gott aller Tröstungen!
Tief ist unser Elend, schwer unsere Schuld, zahllos unsere Nöte – größer aber ist unser Vertrauen auf Dich.
Unserer Unwürdigkeit bewusst, legen wir kindlichen  Sinnes unser Geschick in Deine Hände
Und vereinen unsere schwachen Gebete mit der Fürbitte und den Verdiensten der allheiligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen.
Schenke  den Kranken Ergebenheit und Genesung,
der männliche Jugend Glaubenskraft, der weiblichen Herzensreinheit,
den Vätern blühende und tugendhafte Familien,
den Müttern Segen in der Erziehung ihrer Kinder,
den Waisen liebevolle Betreuung,
den Vertriebenen und Gefangenen die Heimat,
uns allen insgesamt aber Deine Gnade als Vorbereitung und Unterpfand der ewigen Seligkeit im Himmel.
Amen

Pius XII
Für das Heilige Jahr 1950

Baden-Baden 2016                                                            
Das tägliche Gebet bildete damals einen festen Bestand in dem durchgehend vorgegebenen, streng katholischen Dasein des Lebacher Lehrerseminars. In Vielem akzeptiert, in Manchem mehr als gewollt und beliebt. In dem, eben in vieler Hinsicht recht internierten Zusammenleben kam auch öfters das Bedürfnis auf, sich aus der Allgegenwart der Gemeinschaft einer strengen, aber wohlwollenden Dozentenschaft und einer ebenso fordernden Mitschülerschaft auf sich selbst zurückziehen zu können. Mit der im Eigenbau durch die Seminaristen erstellten Hauskapelle, die für jedermann zugänglich und rund um die Uhr geöffnet blieb, gab es damit auch für das persönliche Bedürfnis jedes einzelnen Seminaristen, mit sich und mit Gott allein zu sein, eine willkommene Zufluchtsstätte.

Zu Kapitel 1,4: Ed nau Joah woa grööd moa drei Stonnen alt,…

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