2, 15 – Waschtag in der Maremma

Sonnabend, 29. 07. –  Zweiter Halbtag:

Willi pfeift mich zurück und legt in der Maremma einen Waschtag ein

„Denken die Himmlichen
einem der Erdgeborenen
viele Verwirrungen zu
und bereiten sie ihm
von der Freude zu Schmerzen
und von Schmerzen zur Freude
tief erschütternden Übergang;

dann erziehen sie ihm
in der Nähe der Stadt
oder am fernen Gestade,
daß in Stunden der Not
auch Hilfe bereits sei,
einen ruhigen Freund.“
J.W.vG: „Iphigenie

Während ich an dem Ort Follonica schnurstracks vorbei und gleich wieder weiter will, steigt Willi ab, lehnt sein Fahrrad am Straßenrand unter den Schatten einer Pinie und meint mürrisch, was mich denn geritten hätte, in dieser Bruthitze immer noch weiter zu machen und das auch noch an meinem Geburtstag.
-Wei säamma schun fönnef Stonnen ennerwees, ma määnd, dau wellschd haud noch bes Rom un  dann och noch äan de Vatikan äafoahren!

Nach meinem Empfinden lief es auf dieser flachen Strecke so gut; aber Willi hat Recht, und wie er Recht hat, nach fast fünf Stunden rascher Fahrt, ausgerechnet hier an dieser paradiesischen Stelle zwischen Land und Meer, zwischen schattigem Pinienwälchen und verlockend erfrischenden Fluten vorbei zu eilen und in der sengenden Hitze weiter zu strampeln!

Und siehe da: Follonica, dieser schicke Ort mit dem klingenden Namen, besitzt einen lang gezogenen hellen Strand aus feinstem Sand. Um diese Zeit, oder überhaupt, nur mit einigen wenigen Touristen besetzt. Direkt dahinter also, parallel dazu, richtet sich ein breiter dunkler Gürtel von hohen, dicht aneinander gewachsenen Schirmpyramiden auf und legt unter sich einen dunklen, schwarzblauen Schattenteppich aus, der zur Siesta einlädt.
Dazwischen einige Imbissbuden, wo wir uns mit dem Notwendigsten eindecken, darunter auch aus einem Faß mit Zapfhahn für kleines Geld einen ganzen Liter Chianti in unsere neue Lederflasche.
Angesichts dieser Idylle bin ich wieder  sanftmütiger geworden. Ist ja nicht alle Tage Geburtstag, einen halben Ruhetag, den haben wir uns allemal verdient. Und so unvorsichtig, wie vor Tagen in Südfrankreich, werden wir mit dem feurigen Roten aus der Toskana bestimmt nicht mehr umgehen. Bevor wir uns im Schatten hinstrecken, müssen wir doch wenigstens zur Abkühlung einmal in die Fluten. Dann ist für uns in diesem Pinienwäldchen die große Mittagspause längst fällig.
Willi ist deutlich mehr geschafft als ich; gleich nach dem Bad im welligen Salzwasser und unserer kurzen Mittagsstärkung hat er sich rumgedreht und ist fest eingeschlafen. Ich dagegen mache mir Gedanken; schäme mich. Hatte Willi schon wieder gegen seinen Willen zu sehr gefordert. Heute Morgen beim Start an der Herberge, da war auch er dabei, uns heute ein großes Stück an Rom heran zu schaffen. Aber schon früh stieg heute die Hitze auf, und dennoch ließ ich mich nicht beirren, drauf zu halten. War es wirklich nur das Romfieber, das mich seit heute so antreibt?
Eigentlich könnten wir es, jetzt, wo wir schon so weit gekommen sind, doch etwas ruhiger angehen. Nach unserm Gesamtzeitplan sind wir gut in der Zeit. Und gestern noch, bei unserm Erlebnis Pisa, mit der wunderschönen Signora und unserer ersten Pizza, da hatten wir es doch auch nicht eilig gehabt! Wir sollten Gott dankbar sein, der uns durch solch wunderbare Landschaften führt. Wir sollten uns ganz in seinen Hände gegeben fühlen; Rom läuft uns doch nicht davon!
Mit diesen beruhigenden Gedanken muß ich dann auch eingeschlafen sein…

Willi ist längst wieder auf. Wie es scheint, haben wir umeinander geruht; denn Willi macht sich schon an den Rädern zu schaffen, und neben mir in der Sonne liegen nasse Unterhemden und einige frisch gewaschene Sockenpaare zum Trocknen.
-Woù kemmd dann dej Weesch loo her?
-Ma, eich hun loo häannen  soù ebbes wej en Weeschhaus gefonn.
-Un döö häschd dau deich nommoa netzlich gemaach.
-Woar joo och nejdisch! Dej Fraaleid dej döö woaren, hun seich gewonnerd, wej eich ze weeschen ugefang hun .

Willi hatte also etwas weiter weg an einem Bachlauf eine Art offene Waschhalle gefunden, die Gelegenheit genützt, und sich nützlich gemacht. Einige ältere Frauen seien da gewesen, die sich  wohl gewundert hätten, einen jungen Mann waschen zu sehen.
Es ist noch immer früher Nachmittag. Wie weit wollen wir heute noch?
Wir haben uns vorgenommen, uns Zeit zu lassen. Daher, bevor es los geht, noch einmal ausgiebig baden und schwimmen!
Die Landkarte sagt, daß wir uns in der Landschaft der Maremma befinden, also im südlichen Teil der Toscana. Und die SS1 wird jetzt für eine längere Strecke von der Küste weg in mehreren Großkurven auf die Stadt Grosseto zu. Wir werden dennoch drauf bleiben, denn wenige Kilometer südlich wird uns dann die Aurelia schnurgerade wieder ans Meer führen. Und bis dorthin werden wir es an diesem Abend  noch gut schaffen können.
Also los!

Schon nach den ersten Kurven bietet die Landschaft einen stark veränderten Charakter. Hier, im Landinneren folgt ein wechselvolles Gelände, mal  leicht wellig und hügelig, mal etwas flacher; in den Ebenen zwischen eingestreuten höher gelegenen buschigen Wäldchen, aber offensichtlich ziemlich fruchtbar.
Auf einigen Feldern und auf den Wegen dazwischen sind hier und da  Menschen bei der Arbeit. Die Getreidefelder sind hier im Süden längst abgeerntet; aber es ist die Hochzeit der Gemüse-, Obst- und Weinernte.
Während einer unserer kurzen Zwangspausen sehen wir etwas abseits auf einem dieser Feldwege ein eigenartiges Gespann. Es handelt sich um einen einachsigen Karren mit einer Gabeldeichsel, der aber nicht von einem Lasttier, etwa einem dieser vielen Esel hier, gezogen wird, sondern von einem alten, tief gebeugten Mann.
Dieser tut sich äußerst schwer mit der vollgeladenen Last. Vielleicht sind es diese dicken, grünen Wassermelonen, die seine Schultern sind über den ganzen Körper nach vorne gekrümmt haben.

Mitten in einer solch weiten Ebene liegt die stolze Stadt Grosseto. Es ist unsere erste italienische Inlandstadt, obwohl auch nicht weit von der Küste weg. Vielleicht lag die erste Menschensiedlung hier auch am Meer, und das Schwemmland der Berge und Flüsse hat, ähnlich wie in Pisa, mit der Zeit die Ebene aufgeschüttet und trocken gelegt, den Meeressaum von der Stadt weg weiter nach Westen gedrängt?
Wie wir vor uns die Mauern und Tore dieser aus einem Märchen stammenden ehrwürdigen Stadt erblicken, empfängt uns auch hier eine besonders heitere Abendstimmung ringsum!
Gerade hat sich die Sonne hinter der breiten Silhouette zahlreicher Zinnen und Türme schon in Richtung Meer zurückgeneigt. Doch auf den Dächern und hohen Fassaden der altehrbaren Gebäude leuchten ihre goldgelben Farben noch kräftig  nach.
Umgeben von dieser offenen Felderlandschaft, mit den großen Ackerflächen von Getreide, Obst und Gemüse erscheint die Stadt in nahezu kreisrunder Gesamtgestalt ringsherum von einem breiten Grüngürtel von Bäumen und Wiesen umgeben. Dort war vielleicht die einstige, inzwischen teilweise geschleifte mittelalterliche Stadtmauer.
Wir passieren ein uraltes Stadttor, ziehen vorbei an kunstbaulich stattlichen Gebäuden und gelangen bis zu einem weiten Platz, der Piazza Dante, die das historische Zentrum bildet. In der Mitte des großen, freien Platzes, monumental überhöht, prangt ein übergroßes Standbild des berühmten Dichters.
Der Platz ist ringsum eingegrenzt und umrahmt von lauter Palästen. Auch das Rathaus ist in einem  dieser stolzen Palazzi. Mächtig erst recht der hochgotische Dom, il Duomo San Lorenzo. Im Gegensatz zum Duomo von Pisa, der ja durchgehend aus weißem Marmor gebaut ist, wechseln sich hier in jeder neuen Bauschicht rein hellgelblich leuchtendes  und etwas dunkler, rötliches Gestein einander ab..
Wir sind längst abgestiegen, schlendern an den prächtigen Häuserfronten entlang, bewundern den Blumenschmuck in den Fensternischen der oberen Etagen und lassen uns von dieser luftigen Atmosphäre entspannt empfangen. Denn um diese abendliche Zeit ist die Piazza Dante keine leere Theaterkulisse; das Herz dieser Stadt beginnt gerade jetzt erst, ihr volles Leben zu entfalten!

In einer Säulengalerie entdecken wir einladende kleine Geschäfte und dazu gehört auch einer dieser, bereits aus Pisa bekannten Imbißläden, auch hier wieder mit dampfendem Ofen, mit diesen würzig knusprigen Küchelchen, die sie auch hier im Plural Pizze nennen. Zwar findet sich keine schöne Donna ein, die uns zur Einkehr einlädt, aber die Pizza ist auch hier so billig, daß wir sie selbst gut bezahlen können, so billig und lecker, daß jeder gleich zwei nimmt und, welch ein Glück, ein frisches Zapfbier dazu.
Während der Fahrt hatten wir kaum geredet; jetzt nach dem ersten Bier lockert sich die Zunge.
Willi meinte:
-Ääjendlich wollt eich joo dir zur Feier des Tages selwer ebbes goades kochen!
-Awer soù en deitsches Zapfbejer und dözoù noch en italienisch Pizza dezoù, äas doch och wej en Feier.

Ihr seid inzwischen eifrig dabei, echte Pizzafans zu werden. Damit seid ihr zwei wahrscheinlich unter den ersten Pizzakennern in Deutschland überhaupt.
Anfang der 50er Jahre, da war eine Pizza schon weit verbreitet, bei uns jedaoch noch weitgehend unbekannt. Anfangs war sie in der Tat noch eine kleine Portion, ein kleines viereckiges Stück, ein von einem größeren Ganzen herausgeschnittenes Teilchen.
Als ihr  euch die Pizza in Pisa und hier in Grosseto zum ersten Mal so gut habt schmecken lassen, da konntet ihr nicht ahnen, welchen Siegeszug, dieses kleine Fleisch-, Fisch- und Gemüsetörtchen in den folgenden Jahren über ganz Deutschland eingeschlagen hatte und in welcher Reichhaltigkeit unzähliger Variationen sie heute in der ganzen Welt aus der globalisierten Zivilisation ein nicht mehr weg zu denkendes Kulturgut geworden ist.

Während wir Grosseto verlassen, hat sich die Sonne schon schlafen gelegt; aber ihr rötlicher Schimmer flimmert noch über dem Horizont lange nach.
Schnurgerade geht´s in südwestlicher Richtung  weiter, bis auf der linken Flanke von den appeninischen Gebirgsketten ein einzelner Bergmassiv näher an die Ebene heranrückt. Die Aurelia bleibt jedoch weiter in der Talsohle und führt uns in sanftem Gefälle wieder ans Meer.
Nach einer guten Stunde, zur angenehmen Spätabendszeit verweist uns am Straßenrand ein Schild auf „Marina die Fonteblenda“. Anstatt geradesaus weiter zu dem Ort Fonteblanda weiter zu fahren, biegen wir spontan und ohne Absprache nach rechts ab und entdecken in einer kleinen Bucht einen einsamen Strand.
Im Zwielicht der einsetzenden Dämmerung lassen wir Räder und Kleider auf einen gänzlich menschenleeren Strand hinfallen. Obwohl wir heute schon zweimal im Wasser waren; ohne große Absprache stürzen wir uns bei fahlem Mondlicht im Adamskostüm in die angenehm lauen, aber erfrischenden Fluten.

Am einsamen Strand von Talamone – doch ein Vergnügen kommt ungetrübt selten allein!

Ich muß beim Sturz in die Brandungswellen wohl zu heftig gewesen sein; während des Abtrocknens stelle ich fest, daß etwas an Mutters rubin leuchtender Halskette nicht in Ordnung ist. Wie ich danach greife, gerät sie auseinander. Ein Kettenglied hatte sich geöffnet und ist ausgefallen!
Ich bin bestürzt, und es ist von Glück zu reden und Sankt Antonius zu danken, daß ich die Kette nicht schon beim Schwimmen für immer in den Wellen verloren habe.
Nicht auszudenken, von Rom zurück vor Mutter zu treten ohne jenen Talismann, der mich doch auf der ganzen Fahrt beschützen sollte!
-Willi, wat määnschdau, ob eich dej noch flecke kann?
-Dau moschd dej Kett onbedengt repariere lossen, sonschd gäähd se dir noch ganz kabott!
-Awer dat säan dann noch zoùsätzlich Onkoschden; dej Kett äas aus Gold, un emmerhin äas ed dat Wertvollschde, wat eich vun dahaam hun.
-Äan soù Saachen deed eich nemmej off de Penning gucken.

Willi versteht es, mich zu überzeugen, die Kette von einem Fachmann reparieren zu lassen und mich für heute Abend zu beruhigen. Doch es fällt mir schwer, in meiner Sorge um die Kette eine  Ruhe zu finden. Zudem verspüre ich, daß mir etwas am rechten Oberarm und unter der Schulter heftig zu brennen und jucken anfängt. In der Aufregung um die Kette habe ich garnicht gespürt, daß ich mich bei dem Sturz ins Wasser auch ein wenig verletzt hatte.
Willi schaut nach und ärgert sich, weil ihm wieder was einfällt, was wir daheim vergessen hatten: Verbandszeuch!
Aber er hat ja den Vorschuß dabei und reibt meine rechte Seite damit ein.
Inzwischen ist es einsam und friedlich um uns herum geworden. Mich aber plagen immer noch die sorgenvolle Gedanken um Mutters Kette:
-Woù krejn mir hei, äan der frimm Gegend e Goldschmied her fier de Kett´ ze reparieren?
-Un wemma ääne fennen, dej Onkoschden reißen nommoa e Looch äan oase Geldbeidel.
-Awer dej Kett mäat dem Sejen vu meiner Mamm, dej moß em mein Hals hänken, wemma dahaam ukommen, egal wat ed koschd.

Ja, Mama Lisa hatte dir ihr Kostbarstes mit auf den Weg gegeben, und sie war, genau so wie vergangenes Jahr durch Frankreich, mit dieser Kette symbolisch selbst auch auf dieser Fahrt mitgefahren. Du hattest eben das Gefühl, wenn du die Kette nicht mehr trägst, du würdest Mutter damit unterwegs zurück lassen. Wie könntest du zu Hause ankommen, ohne die Kette um den Hals zu haben!

Willi hat sich vorm Schlafenlegen noch ein Stück Servolat abgeschnitten und einen Schluck vom Roten genehmigt. Er reicht mir die Lederflasche rüber; aber mir ist nicht danach. So liege ich still neben ihm, ausgestreckt im Sand, und grübele.
Welches Glück wäre es doch, in  solch einer lauen Nachtluft wieder nach einem erfolgreichem und freudigen Tag gedankenlos und frei unter diesem freiem Himmel zu liegen! – Nichts anders tun, an nichts anderes denken, als die ewigen Sterne über uns zu bewundern!
Unwillkürlich beginnt es in mir zu beten; bemühe mich, auf den Herrgott zu vertrauen. Er wird mir wohl helfen, einen guten Juwelier oder Goldschmied zu finden.
Gott sei dank, ist die Kette nicht im Meeressand verloren gegangen, Gott sei dank auch, daß sie noch reparabel ist.
Die Gedanken fliegen hinüber zur Mutter, zu ihr und zu den andern daheim.
Was werden sie jetzt da drüben treiben?
Mutter wird am Nachmittag die Wohnung geputzt und zum Sonntag hin in Ordnung gebracht haben. Vater hat zum Wochenend den Hühnerstall und die Kaninchenkästen ausgemistet, den Hofraum gekehrt und wird zum Schluß nach seinen Rosen geguckt haben. Und es werden ihm noch zwei Stunden geblieben sein, wie jeden Samstagabend, mit dem Fahrrad nach Rimlingen zu fahren und zum Sonntagsfrühstück Brötchen und Kaffesteckcher mitzubringen…

Ich drehe mich zu Willi rüber; er schläft auch noch nicht; seine Gedanken werden auch daheim sein, äam Enneschden Ecken, bei seinen Leuten; vielleicht auch bei seiner Jugendgruppe und bei den Holzfällern, die jetzt mit seinem Vater zusammen für zwei Tage im Wald  Feierabend haben.
Es ist  Wochenend! Und was wird an einem solchen Sommerabend im Dorf los sein?
Die Jungs werden sich, mit den Mädchen am Millerberrich treffen, werden enner der Linn am Geländer lehnen, ab und zu rüber zum Eismännchen laufen und sich eine neue Portion holen.
Unsere ersten Postkarten werden inzwischen daheim längst angekommen sein. In Grosseto hatten wir wieder zwei neue abgeschickt, eine auch an Braunchin und die andern von So-sind-wir.
Grüße heimschicken, da ist ja nicht viel dabei; aber es verschafft Freude und Verbundenheit, denen daheim und auch uns hier das Gefühl, auch hier in der fernen Welt in allem und mit allen eins zu sein…

Uns umschließt in dieser einsamen Bucht eine einzige Stille. Es ist die Stille der Nacht und die Stille der Natur. In der Ferne nur noch ganz schwach die Geräusche der drüben lebenden Menschen, die ja hier im Süden alle erst spät zur Ruhe kommen. Wir mögen diese Südländer und ihre Lebensweise, haben bisher keinen Grund gehabt, uns in einer Fremde zu fühlen.
Und dennoch! Eine heile Welt ist nicht überall.

Was wird sich auf der andern Seite der Erde heute wieder zugetragen haben? Schon mehrere Tage haben wir keine Nachrichten mehr über den neuen Krieg gehört.  Wir sind zwar in einem Heiligen Jahr; aber erst fünf Jahre seit 45 herrscht in der Welt wieder Krieg. Korea ist zwar ganz weit weg; aber die ganze Welt ist mit betroffen, auch wir beide.
Wenn wir in Rom einfahren, dann werden wir für alle beten, auch für die Menschen in beider Korea und für die bedrohte Welt.

Wie mußte es Simplizissimus erfahren, den sie als Gefangener sogar bis Korea verschleppt hatten: Während seinem dreißigjährigem Weltumherirrens durch die Grausamkeiten des Krieges hatte er erkennen müssen:
„Der Friede kommt nicht allein; man kann ihn auch nicht  herbeiholen. Friede kommt nur von Gott!“ (3. Buch, 5. Capitel)

Morgen früh wird die Sonne wieder das sein, wird wohlwollend aufgehen, unerbittlich über Mittag brennen und am späten Abend ins Meer versinken. Und wir werden auch wieder einen neuen Tag beginnen, – für mich wird´s sogar ein neues Lebensjahr – wir werden  wieder unsere Satteltaschen auf die Gepäckträger schnallen und uns wieder auf die Räder schwingen. Werden wir bald auch Hilfe für Mutters Kette finden?

Zu Kapitel: 2, 16 – Der Via Appia entgegen, erster Tagesteil

 

 

 —-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements