Brotdorfer Wörterbuch

Brotdorfer Wörterbuch

Vorwort zur 2. erweiterten und verbesserten Auflage

Bereits im Vorschulalter (1931-1936) war meine ehrgeizige Mutter bemüht, mir das Hochdeutsche beizubringen, was zu derzeit im Dorf unüblich war. Erst als mein Deutschdozent im Studium mir nahebrachte, daß „platt schwätzen“ kein Makel, sondern ein „kostbares kulturelles Erbgut“ darstellt, begann ich mit Interesse, mich der besonderen Pflege meiner moselfränkischen Muttersprache zuzuwenden.

Es entstanden erste Texte, Kurzgeschichten „vu frejher un vun dahaam“, erst nur meinen Kindern zugedacht. Und als daraus später die Monographie: „Dreimal >Heim ins Reich< und zurück“ erschien, bespickt mit reichlich moselfränkischen Ausdrücken, war es angebracht, dazu einen Glossar anzuhängen, aus dem nach und nach die erste Fassung vom Brotdorfer Wörterbuch entstand.

Dabei wurden zunächst vornehmlich solche Wörter, Ausdrücke und Redewendungen aufgezeichnet, die

  • in dieser Fassung im Neuhochdeutschen  nicht vorkommen,
  • in ihrer Lautung und Schreibweise derart vom Hochdeutschen abweichen, dass ihr Sinn für den Uneingeweihten schwer verständlich ist.

Mit Blick auf eine gewisse Vollständigkeit ist inzwischen eine wesentliche Erweiterung vorgenommen worden, wobei der Vergleich mit dem Britter Wörterbuch von BESSE eine wesentliche Hilfe darstellt.
Eine weitere Vergleichende Untersuchung der vorliegenden Wörterbücher aus Mettlach (CONRAD und MANGOLD) und Bachem (LAUX) steht noch aus.

Wenn wir beachten, daß das Moselfränkische (zumindest im Verbreitungsraum der Unteren Saar) bislang nicht als Schriftsprache existierte, sondern nur als mündliche Überlieferung, ist gut denkbar, daß sein origineller Wortschatz ursprünglich bei früheren Generationen unserer Vorfahren noch deutlich größer gewesen sein wird.
So kenne ich aus der Zeit „vu frejher“ noch einige Begriffe dem Wortlaut nach, so zum Beispiel die Ausdrücke Spägliômes oder Zockerneischdschin, ohne mich jemals wieder an deren Sinnbedeutung erinnert zu haben.

Um so mehr gilt auch für das Brotdorfer Wörterbuch, wie bei allen anderen Autoren, die sich um eine systematische Erfassung des Moselfränkischen an der Unteren Saar bemühen, als gemeinsames Ziel, „das moselfränkische Wortgut…zu dokumentieren und damit vor dem Untergang zu bewahren“ (BESSE, 2004).

Rudolf Engel, 2018

Register:                                                                                                                             (hier geht’s direkt zu den einzelnen Buchstaben)

ABCDEF GH I/J KLMN/OP/QRST/UV/WX/YZ

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